Am 18. Januar 1919 begann in Paris die Friedenskonferen, die Europa nach vier Kriegsjahren wieder zusammenführen sollte.

Einige Monate später, am 28. Juni 1919, konnte der Friedensvertrag im Schloss von Versailles, in der Nähe von Paris unterschrieben weren. Der Versailler Vertrag nennt in 440 Artikeln die Bedingungen des Friedensschlusses zwischen Deutschland und den Siegermächten nach dem Ersten Weltkrieg.

Deutschland hatte kaum Möglichkeiten zur Einflussnahme auf den Inhalt gehabt, deshalb wurde der Vertrag, der als ein Diktat angesehen wurde, nur unter Protest unterschrieben.

Der 12. Abschnitt des Vertrages enthält in den Artikeln 109-114 die Bestimmungen, die Schleswig betreffen.

Im Artikel 109 legt die beiden geografischen Gebiete fest, in denen abgestimmt werden sollte, er enthält auch Bestimmungen über die deutschen Soldaten und Beamten, die diese beiden Abstimmungszonen verlassen sollten. Aufgrund eines Irrtums bei der Friedenskonferenz war nicht beschlossen worden, dass das Militär und die Beamten die dritte Abstimmungszone ebenfalls verlassen sollten.

In diesem Artikel wird außerdem festgelegt, dass das gesamte Abstimmungsgebiet einer internationalen Kommission mit fünf Mitgliedern unterstellt werden soll, drei Kommissionsmitglieder aus den alliierten Staaten (England, Frankreich, USA) und jeweils ein Repräsentant der Länder Norwegen und Schweden.

Die Bezeichnung dieser Kommission lautete CIS – Commission en Internationale de Surveillance du Plébiscite Slesvig. Ihr wurde die allgemeine Verwaltungshoheit übertragen und sie sollte eine freie, ungehinderte und geheime Abstimmung in den beiden Abstimmungszonen sicherstellen.

Während der Ratifizierung des Vertrages im Laufe des Sommers und Herbstes zeigte sich, dass sich die USA dem Vertrag nicht anschließen würden, die Internationale Kommission bestand deshalb nur aus vier Mitgliedern.

England und Frankreich ernannten ihre jeweiligen Gesandten in Kopenhagen, Sir Charles Marling und M. Paul Claudel, aus Norwegen kam der Direktor der Telegrafengesellschaft Thomas Heyfte, aus Schweden kam der Regierungspräsident von Göteborg und Bohus Oscar von Sydow.

Die Kommission nahm Quartier im Hotel Flensburger Hof direkt am Hafen von Flensburg. Vorsitzender wurde der Engländer Charles Marling, ebenfalls ein Engländer, Charles Brudenell Bruce, wurde Generalsekretär. Zur Unterstützung wurden der Kommission drei technische Berater jeweils aus Deutschland und Dänemark beigeordnet

Mit dem Inkrafttreten des Friedensvertrages am 10. Januar 1920 übernahm die Kommission die Verwaltung. Gleichzeitig rückten englische und französische Soldaten in beiden Abstimmungszonen ein, unterstützt von einem Polizeikorps sollten sie die Kommission unterstützen, Ruhe und Ordnung aufrecht zu halten.

Das deutsche Währungs- und Steuersystem wurde beibehalten, ebenso die Rechtspflege, das Eisenbahn-, Telegrafen- und Postwesen. Allerdings gab die Internationale Kommission eigene Briefmarken heraus.

Ein gemeinsamer deutsch-dänischer Ausschuss für Import, Export und Lebensmittelversorgung diente der Sicherstellung der materiellen Bedürfnisse der Bevölkerung. Mitte Februar wurde ein Gerichtshof eingerichtet, dem die Verhandlung von Übergriffen nationalpolitischer Art übertragen wurde.

Die Übertragung von Kompetenzen an Expertengruppen mit dänischen und deutschen Mitgliedern und die Hinzuziehung deutscher und dänischer Fachleute zur Lösung von Problemen, die im Verlauf der Tätigkeit der Kommission entstanden, kann man von heutigem Standpunkt in der Gesamtschau angesichts der vielen und großen Aufgaben als eine zufriedenstellende Lösung ansehen.