Der endgültigen Formulierung der Bestimmungen über die Abstimmungszonen war eine intensive Debatte und Verhandlungen verschiedener Gruppen [des dänischen Bevölkerungsteils/innerhalb der dänischen Nordschleswiger]  vorausgegangen, unter denen keine Einigkeit darüber bestand, wie die zukünftigen Verhältnisse in Schleswig aussehen sollten

Die stärkste Organisation in dieser Auseinandersetzung war der Dänische Wählerverein, die politische Organisation der dänischgesinnten Nordschleswiger.

An der Spitze dieser Vereinigung stand unangefochten H. P. Hanssen, der seit 1906 deren Interessen im deutschen Reichstag wahrgenommen hatte. Bei einer Versammlung am 16./17. November 1918 wurde im Vorstand des Wählervereins beschlossen, welche Forderung man stellen wollte.

Die wichtigsten Punkte waren: Erstens, dass Nordschleswig als eine Einheit stimmen sollte – en bloc. Damit wollte man sicherstellen, dass das ganze Gebiet, unabhängig von kleineren Gebieten mit deutscher Mehrheit, Dänemark zufallen würde. Zweitens, sollte im Gebiet von Mittelschleswig, wenn dort die Forderung nach einer Abstimmung erhoben würde, eine weitere, dann aber gemeindeweise Abstimmung erfolgen.

Dieser Beschluss führte dazu, dass bereits am 18. November 1918 ein „Ausschuss für Mittelschleswig“ gegründet wurde. Vorsitzender dieses Ausschusses wurde der Großhändler I. C. Paulsen aus Flensburg.

U.a. gemeinsam mit dem Journalisten Andreas Grau kam es sehr schnell zu einer Unterschriftenaktion, bei der 4.200 Petenten eine Abstimmung sowohl in Flensburg als auch in einer Reihe mittelschleswigscher Gemeinden forderten.

Die Wünsche des Nordschleswigschen Wählervereins und des Ausschusses für Mittelschleswig wurden über die dänische Regierung der Friedenskonferenz vorgelegt.

Eine dritte Gruppe war die Dannewerk-Bewegung, die sich aktiv in die Entscheidungen über die zukünftigen Verhältnisse in Schleswig beteiligte.

Gegen die vom Nordschleswigschen Wählerverein vorgenommene südliche Abgrenzung der 1. Abstimmungszone (Clausen-Linie) gab es Widerstand. Hier traten vor allem der Redakteur von Flensborg Avis, Ernst Christiansen gemeinsam mit dem Oberarzt Ionas Collin hervor.

Diese Bewegung betonte energisch das historische Recht als Grundlage einer zukünftigen Grenzziehung. Deshalb bezeichnete sie sich danach, was sie als die natürliche Südgrenze Dänemarks betrachtete: Das Dannewerk. Eine Grenzziehung von der Schlei, entlang des Dannwerks nach Friedrichstadt würde ihrer Auffassung nach dem angestammten Dänentum der Bevölkerung folgen.

Durch eine intensive Lobbyarbeit in Paris, vor allem von Ionas Collin gelang es ihnen eine dritte Abstimmungszone in den Vertragstext einzubringen.

Als am 7. Mai 1919 die Friedenskonferenz die vorläufigen Vertragsbestimmungen veröffentlichte, wurde öffentlich, dass in Schleswig die Abstimmungen in drei Zonen erfolgen sollte – mit der Schlei-Dannewerk-Eider-Linie als der südlichsten Grenze.

Die dänische Regierung hatte über ihren Gesandten Bernhoft die Möglichkeit gehabt, im Rahmen der von der Konferenz eingerichteten ”Belgisch-Schleswigschen Kommission” ihre Auffassung von einer zukünftigen Grenzziehung zu vertreten.

Der Vorschlag von einer Abstimmung in drei Zonen überraschte die dänische Regierung, die daraufhin den Vorschlag in einer Note an die Friedenskonferenz ablehnte. Da sich der Nordschleswigsche Wählerverein dieser Haltung ebenfalls anschloss, verzichtete die Friedenskonferenz im endgültigen Vertrag auf eine Abstimmung ein einer 3. Zone.

Somit war eindeutig festgelegt, dass es zu zwei Abstimmungen kommen würde, einer in Nordschleswig (1. Zone) und einer in der Stadt Flensburg und einer Reihe von nördlich gelegenen Landgemeinden der Kreise Flensburg, Tondern und Husum (2. Zone).