Die Volksabstimmungen nach dem Ersten Weltkrieg waren das Ergebnis einer politischen Doktrin über nationale Selbstbestimmung und der Auffassung, dass Nationen genau abgegrenzte Einheiten sind, entstanden auf Grund gemeinsamer Geschichte und Sprache.

Die Volksabstimmungen wurden jedoch nur dort durchgeführt, wo die Verlierer des Krieges an einen neuen oder einen neutralen Staat grenzten. Die Siegermächte wollten keine Volksabstimmungen.

Frankreich und Italien gliederten Elsass-Lothringen bzw. Südtirol ein, ohne die Bevölkerung zu fragen, und das gleiche tat Rumänien mit Transsylvanien.

Von 1920 bis 1921 wurden außer der Abstimmung in Schleswig vier weitere Volksabstimmungen unter internationaler Kontrolle durchgeführt.

Zwischen Deutschland und Polen 1920 in Ostpreußen und 1921 in Oberschlesien; zwischen Österreich und Jugoslawien 1920 in Kärnten sowie zwischen Österreich und Ungarn 1921 im Burgenland.

Außerdem fanden einige Volksabstimmungen ohne internationale Kontrolle statt, z.B. in Vorarlberg und in Salzburg zwischen Österreich und Deutschland, auf den Ålandinseln zwischen Schweden und Finnland sowie in Vilnius zwischen Polen und Litauen.