8.0.1.3

In der Zeit vor den Volksabstimmungen wurde eine lebhafte Agitation mit schlagkräftigen Argumenten von beiden Seiten betrieben. Versammlungen wurden abgehalten, Plakate angeklebt, Flugblätter verteilt und Beiträge in den Zeitungen veröffentlicht.

Die Debatte war stark emotional und enthielt Postulate über Dänentum und Deutschtum in Vergangenheit und Gegenwart. Beide Seiten betonten die Bedeutung der Geschichte.

Nationale Symbole und Spott gegenüber dem nationalen Gegner wurden fleißig verwendet.

Eine alte Abneigung gegen ‘Jütländer’ und ‘Preußen’ wurde ausgeschlachtet, und man appellierte an nationale Zusammengehörigkeit und schleswigsches Heimatgefühl – sowie an den Geldbeutel der Wähler.

Die Frauen wurden in der Propaganda als Mütter dargestellt, die für das Schicksal ihrer Kinder verantwortlich waren.

Um Auswüchse zu vermeiden, zensierte die CIS sämtliche Plakate und Flugblätter.

Starke Feindbilder wie bei den anderen europäischen Volksabstimmungen kamen nicht vor.

Flaggen war bis zum 10. Februar, dem Tag der Abstimmung in Zone 1, verboten, und spielte daher erst im Abstimmungskampf in der 2. Zone, besonders in Flensburg, eine wichtige Rolle.