Der Abstimmungskampf war von einer überwältigenden Menge an Propaganda, sowohl von deutscher als auch von dänischer Seite, geprägt.

Plakate, Flugblätter, Notgeldscheine, Beilagen zu Zeitungen und Zeitschriften, Bilder und Karikaturen sollten die Bevölkerung zwingen, Stellung zu beziehen und sich zu entscheiden.

Schlagworte wurden in die Welt gesetzt, nationale Symbole fanden reichlich Verwendung und es ergoss sich beißender Spott über den nationalen Gegner. Ein direktes Feindbild wurde hingegen nur selten benutzt.

Beide Seiten appellierten an die nationalen Gefühle, an eine schleswigsche Identität und das Heimatbewusstsein, sie führten wirtschaftliche Interessen und eine tiefsitzende Abneigung einerseits gegenüber „Jüten“ und andererseits gegenüber „Preußen“ ins Feld.

Die Propaganda betonte mit Blick auf die Frauen deren Mutterrolle und betonte ihre Verantwortung für das spätere Schicksal ihrer Kinder.

Bei Versammlungen und Demonstrationen zeigten Viele ihren Standpunkt durch das Tragen von Emblemen und Kokarden.

Bis zum 10. Februar war ein Flaggenverbot im beiden Zonen erlassen worden, aber ab diesem Tag wurden Flaggen zum wichtigsten Symbol der nationalen Selbstbestätigung

Das Stadtbild wurde von Straßen mit rot-weißem Dannebrog, der blau-weiß-roten schleswig-holsteinischen Fahne und den schwarz-weiß-roten Farben des deutschen Kaiserreichs dominiert. Im Gegensatz dazu war das schwarz-rot-goldene Symbol der jungen Weimarer Republik nicht sehr verbreitet.

Um Exzesse zu verhindern wurden alle Flugblätter und Plakate von der CIS zensiert. Einige wenige Plakate wurden verboten. Die Ausstellung zeigt zwei verbotene dänische Plakate.

Auch die Presse wurde kontrolliert. Das „Flensburger Tageblatt“ wurde für eine Woche verboten, nachdem die Zeitung daran beteiligt gewesen war, dänisches Propagandamaterial zu entfernen.

Am 6. März erließ die Internationale Kommission ein Flaggenverbot in der 2.Zone für die Zeit vom 12. – 16. März. Das führte zu scharfen deutschen Protesten und die deutschen Berater der Kommission legten ihr Amt nieder. Daraufhin wurde das Flaggenverbot auf öffentliche Gebäude beschränkt.