Nach den beiden Volksabstimmungen in den Zonen 1 und 2 bestand die Aufgabe der Internationalen Kommission darin, einen Vorschlag zur endgültigen Grenzlinie zwischen Deutschland und Dänemark zu erarbeiten, die auf die wirtschaftlichen und geografischen Verhältnisse Rücksicht nehmen sollte. Die Arbeit der Kommission am neuen Grenzverlauf war  Versuchen der Einflussnahme, sowohl von deutscher als auch von dänischer Seite, ausgesetzt.

Im südlichen Teil der 1. Zone lagen Gebiete mit deutscher und dänischer Mehrheit oft unmittelbar nebeneinander und grenzten teilweise unmittelbar an die 2. Zone. Deshalb wurde von deutscher Seite vorgeschlagen, dass die Grenze entlang der sogenannten Tiedje-Linie verlaufen sollte.

Diese nationale Teilungslinie war von Johannes Tiedje ausgearbeitet worden. Sie verlief nördlich von Hoyer, Tondern, Rapstedt und Tingleff und südlich von Gravenstein zur Flensburger Förde.

Ein entsprechender Vorschlag kam von der dänischen Flensburg-Bewegung, die versuchte, Dänemark dazu zu bewegen, eine Internationalisierung der 2. Zone mit wirtschaftlicher Anbindung an Dänemark zu erreichen. Nach 10 – 15 Jahren sollte dann eine neue Abstimmung stattfinden, deren Ziel sein sollte, dass insbesondere Flensburg dänisch werden sollte.

Keiner dieser beiden Vorschläge wurde von den Alliierten und der Internationalen Kommission zur Kenntnis genommen und ernsthaft erwogen. Schließlich konnte die Kommission am 16. April 1920 ihren Vorschlag zur neuen deutsch-dänischen Grenze unterzeichnen. Allerdings geschah das nicht einstimmig.

Eine Mehrheit, bei der die Stimme des Vorsitzenden ausschlaggebend war, schlug die Clausen-Linie vor, die bereits die Grenze zwischen der 1. und 2. Zone gebildet hatte. Eine Minderheit vertrat einen geringfügig südlicheren Grenzverlauf.

In Paris folgte die Friedenskonferenz der Mehrheitsmeinung und der Gesandtenkongress entschied am 8. Mai zu Gunsten der Clausen-Linie. Am 15. Juni konnte der dänische Gesandte Bernhoft schließlich eine Note entgegennehmen, aus der detailliert hervorging, wie die neue Grenzlinie verlaufen sollte.

Die neue Grenze war nicht auf der Landkarte linear gezogene Trennlinie. Sie führte zu nationalen Minderheiten auf beiden Seiten und war gleichzeitig eine scharfe Trennung zwischen deutsch und dänisch auf der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ebene.

In Nordschleswig ging das deutsche Außenministerium davon aus, dass die deutsche Minderheit ca. 25.000 – 30.000 Personen umfasste. Das entsprach ungefähr einem Sechstel der nordschleswigschen Bevölkerung.

Der größte Teil davon wohnte im südlichen Teil Nordschleswigs in ca. 30 Gemeinden und den südlich gelegenen Städten des Landesteils. Dieses Gebiet wurde damals mit dem Begriff „Schiefes Viereck“ beschrieben.

Zur zentralen Frage wurde für diese Bevölkerungsgruppe wurde nun die Bewahrung ihrer nationalen Identität. Dazu begann man ab 1920 ein umfangreiches Angebot an deutschen Vereinen und Institutionen zu gründen, die sich dieser Aufgabe annehmen sollten.

Während der deutsche Bevölkerungsteil in Nordschleswig sich erst daran gewöhnen musste, als eine nationale Minderheit zu leben, war es für die dänische Minderheit in Südschleswig keine neue Erfahrung. Neu war für diese Bevölkerungsgruppe, dass sie auf eigenen Beinen stehen musste, zuvor war sie Teil einer starken dänischen Bewegung mit Zentrum in Nordschleswig gewesen. Man konnte nun aber seine Kraft daraus beziehen, dass Dänemark sowohl physisch als auch mental nunmehr deutlich näher war.

Bereits am 26. Juni 1920 wurde der ”Schleswigsche Verein” gegründet, er hatte die Aufgabe, die dänischgesinnten Landsleute zur gegenseitigen Unterstützung in allen allen Belangen des Volkstums zu sammeln, dänisches Bewusstsein und Bildung zu stärken und eine lebendige Verbindung mit den Landsleuten nördlich der neuen Grenze Dänemarks aufrecht zu erhalten.

Schließlich forderte, nachdem der Abstimmungsprozess beendet war, Deutschland Dänemark auf, in zweiseitige Verhandlung mit dem Ziel einzutreten, einen Rechtstatus für die deutsche und die dänische Minderheit zu erreichen.

Von dänischer Seite war man hingegen nur an dreiseitigen Verhandlung zwischen Dänemark, Deutschland und den Alliierten zur Rechtsstellung der Minderheiten interessiert. Dies wollte die deutsche Regierung nicht akzeptieren und es kam somit nicht zu einem gemeinsamen Minderheitenvertrag.

Eine Minderheitenregelung erfolgte erst 35 Jahre später durch die Bonn-Kopenhagener Erklärungen im Jahre 1955