Im Ersten Weltkrieg formulierte der amerikanische Präsident Woodrow Wilson ein neues Prinzip für Grenzziehungen: das Selbstbestimmungsrecht der Völker.

Im Oktober 1918 akzeptierte die deutsche Regierung dieses Prinzip für eine Neuordnung der Grenzen des Landes. Damit war der Weg frei für eine Volksabstimmung im Landesteil Schleswig.

Am 16./17. November 1918, gleich nach Kriegsende, versammelten sich Vertreter der dänisch gesinnten Nordschleswiger in Apenrade unter der Leitung von H.P. Hanssen, der Mitglied des Deutschen Reichstags war.

Hier wurde die Forderung erhoben, dass Nordschleswig als Gesamheit abstimmen sollte, und dass in den angrenzenden Gebieten im mittleren Teil Schleswigs jede Kommune gesondert abstimmen könnte.

Die Forderung wurde von der dänischen Regierung unterstützt und auf der Friedenskonferenz 1919 in Versailles gebilligt.

Unter internationaler Kontrolle wurden 1920 zwei Volksabstimmungen durchgeführt: am 10. Februar in Nordschleswig (Zone 1) und am 14. März im mittleren Teil Schleswigs (Zone 2). Dem Vorschlag, auch im südlichsten Schleswig (Zone 3) abzustimmen, wurde nicht stattgegeben.