Im Herbst 1917 zeichnete sich eine deutsche Kriegsniederlage ab, und der Vertreter der dänisch gesinnten Nordschleswiger im deutschen Reichstag, H. P. Hanssen entschied sich, die Forderung nach einer Volksabstimmung und einer Vereinigung Nordschleswigs mit Dänemark zu stellen.

Am 22. Dezember 1917 kamen die Vorstände der großen dänischnationalen Vereine zusammen. Sie beschlossen die Aufforderung an den Preußischen Landtag, dass er eine Erklärung für ihr Recht auf Selbstbestimmung abgeben solle.

Es gab Einzelne, die an der Möglichkeit einer staatlichen Vereinigung mit Dänemark Zweifel anmeldeten. Ihnen antwortete H. P. Hanssen: „Deutschlands Niederlage ist unumgänglich … Ich zweifele nicht daran, dass wir beim Friedensschluss zu unserem Ziel gelangen werden, sofern wir wachsam und bereit sind, im richtigen Augenblick mutig zuzugreifen.“

Der amerikanische Präsident Woodrow Wilson verkündete im Januar 1918 „14 Punkte“ für den kommenden Friedensschluss, in denen das Selbstbestimmungsrecht eine bedeutsame Forderung war, allerdings war Nordschleswig nicht unter den Regionen genannt, für die es angewandt werden sollte. Es war deshalb für die dänischgesinnten Nordschleswiger mit H. P. Hanssen an der Spitze gerade der rechte Zeitpunkt, in Aktion zu treten.

Zwei große deutsche Offensiven im Frühjahr, im März/April und Mai/Juni 1918, schienen zunächst erfolgreich zu verlaufen, aber eine dritte Offensive im Juli/August schlug fehl, und es erfolgte ein großer alliierter Gegenangriff.

Der 8. August 1918 war der ”Schwarze Tag” des deutschen Heeres, an diesem Tag erfolgte der alliierte Durchbruch. Die deutsche Niederlage zeichnete sich ab. Am 13. August forderten die deutschen Generäle Hindenburg und Ludendorff die Regierung auf, Friedensverhandlungen einzuleiten.

Nun war H. P. Hanssen sich darüber klar, dass ein deutscher Zusammenbruch greifbar nah war. Er kam mit den Vertretern der polnischen Minderheit im deutschen Reichstag überein, gemeinsam die Forderung nach dem Selbstbestimmungsrecht zu stellen.

Den 9. oktober 1918 enedes H. P. Hanssen med de to sønderjyske medlemmer af den preussiske landdag at arbejde for en grænse syd om Tønder og nord om Flensborg. På et møde den 12. oktober i Flensborg fik de tilslutning hertil.

Am 9. Oktober 1918 einigte H. P. Hanssen sich mit den beiden dänischgesinnten Mitgliedern des Preußischen Landtages darauf, eine Grenzziehung südlich von Tondern und nördlich von Flensburg anzustreben. Bei einer Versammlung  in der politischen Organisation der dänischgesinnten Nordschleswiger am 12. Oktober in Flensburg wurde dazu der förmliche Beschluss gefasst.

Schließlich forderte H. P. Hanssen am 23. Oktober 1918 im deutschen Reichstag in Berlin die Vereinigung Nordschleswigs mit Dänemark. Am 11. November kam es zum Waffenstillstand, und der Erste Weltkrieg fand sein Ende.

Nun konnte die Forderung entsprechend des Selbstbestimmungsrechts erhoben werden. Die endgültige Festlegung dieser Forderung der dänischen Nordschleswiger erfolgte bei einer Versammlung des dänischen Wählervereins im Folkehjem in Apenrade am 16./17. November 1918.

Die Versammlung endete damit, dass H. P. Hanssen einer Menge von 3.000 Menschen die erfolgversprechenden Aussichten für eine Vereinigung mit Dänemark verkünden konnte.