Der Wohlstand in dem neutrales Dänemark und das von Kriegsnot betroffene Deutschland wurden in Bildern und Texten dargeboten. Oft griff man dabei zum Mittel der Vereinfachung der tatsächli­chen Verhältnisse. Eines der provozierendsten Wahlplakate ist dieses prodäni­sche, hergestellt fur den Abstim­mungskampf in der 2. Zone. Hier wird ein elegant gekleideter Bur­ger mit weiβen Gamaschen und Bowler einem barhäuptigen, zer­lumpten Proletarier in Pantoffeln gegenübergestellt. Der Bürger zieht seine solide Geldbörse und läβt seinen Beitrag in klingender Münze in einen übervollen Geld­sack für die Kinder- und Altersfür­sorge fallen. Der Proletarier hat seine Taschen geleert und muβ seinen letzten Papiergeldschein in den bodenlosen Sack mit der Auf­schrift „Kriegsschulden“ nieder­flattern lassen. Eine kräftigere Aufforderung, „nach dem Portemonnaie“ zu stimmen, ist sonst kaum in die­sem Wahlkampf gemacht worden. Urheber dieses Plakats war der Kopenhagener Kunstmaler Ha­rald Slott-Møller, der eifrig dafür eintrat, daβ Flensburg mit Dänemark wiedervereinigt werden sollte, ungeachtet des Abstimm­ungsresultats. Dänisches Abstimmungsplakat, gezeichnet von Harald Slott-Møller, nur in der 2. Zone benutzt und nur mit deutschem Text. 94 x 64 cm.